Ratgeber

Immobilienpreise im Landkreis Hildburghausen richtig lesen

Danny Wanderer

Kurz gesagt

  • Die Portalzahlen zu Immobilienpreisen im Landkreis Hildburghausen sind Angebotspreise aus Inseraten, keine beurkundeten Kaufpreise. Manche gelten für den Landkreis, manche nur für die Stadt Hildburghausen.
  • Amtlich ist der Kaufwert des Thüringer Landesamts für Statistik: 31,00 Euro je Quadratmeter für baureifes Land im Jahr 2024. Er beruht auf 26 Kauffällen im ganzen Landkreis und enthält ausschließlich unbebaute Grundstücke.
  • Die Bodenrichtwerte gehen im Landkreis weit auseinander. Im Mischgebiet mit offener Bauweise reichen sie von 14 Euro je Quadratmeter in Steinbach bis 41 Euro am Oberen Tor in Eisfeld, bei gleicher Nutzungsart und gleichem Stichtag.
  • Keine dieser Zahlen sagt etwas über Ihr Haus. Der Bodenrichtwert wird per Gesetz so ermittelt, als stünde das Gebäude gar nicht darauf.

Wenn Sie sich fragen, was Ihre Immobilie wert ist, googeln Sie wahrscheinlich zuerst nach Immobilienpreisen im Landkreis Hildburghausen. Ich mache Ihnen daraus keinen Vorwurf — ich würde es genauso machen. Nur bekommen Sie dann eine Zahl, die aussieht wie eine Antwort und keine ist.

Dieser Artikel sortiert, was es an belastbaren Zahlen für den Landkreis tatsächlich gibt: den Kaufwert des Landesamts für Statistik, die Bodenrichtwerte des zuständigen Gutachterausschusses, und die Portalzahlen, die Sie ohnehin schon gesehen haben. Bei jeder steht dabei, was sie beantwortet und was nicht.

Drei Quellen, drei Preise, und keiner meint Ihr Haus

Rufen Sie zwei Preisseiten nebeneinander auf, und Sie merken schnell, dass sie gar nicht dasselbe messen. Das Portal ohne-makler.net weist für den Kreis Hildburghausen zum Abrufdatum 24.08.2026 Angebotspreise von rund 1.389 Euro je Quadratmeter für Häuser und 1.375 Euro für Eigentumswohnungen aus. Engel & Völkers nennt mit Stand 20.08.2026 durchschnittliche Angebotspreise von 1.654 Euro für Häuser und 1.866 Euro für Eigentumswohnungen, allerdings für die Stadt Hildburghausen, nicht für den Landkreis.

Der erste Stolperstein ist größer, als er aussieht. Zwei Seiten tragen denselben Ortsnamen in der Überschrift und meinen verschiedene Gebiete. Wer in Schleusegrund oder Masserberg wohnt und die Stadtzahl liest, liest eine Zahl, die für seinen Ort nie gedacht war. Gegeneinander verrechnen lassen sich die beiden Reihen deshalb auch nicht.

Nachprüfen können Sie das in zehn Sekunden, und zwar auf der Portalseite selbst. Die meisten dieser Seiten weisen irgendwo Fläche, Einwohnerzahl oder Postleitzahl des Gebiets aus, das sie beschreiben. Rund 73 Quadratkilometer und etwa 11.500 Einwohner sind die Stadt Hildburghausen. Der Landkreis hat 938 Quadratkilometer und 59.287 Einwohner (Stand 31.12.2025). Stehen dort die kleinen Zahlen, gilt der Preis für die Kreisstadt, nicht für Ihren Ort.

Der zweite Stolperstein steht auf den Seiten selbst, offen und nachlesbar. ohne-makler.net, ein Portal für den maklerfreien Privatverkauf, schreibt, seine Preisspiegel seien “nicht von einer Gemeinde oder Interessenvertretern erstellt oder anerkannt” und beruhten auf einer Auswertung der im eigenen Portal inserierten Wohnungen und Häuser. Engel & Völkers, ein Maklerunternehmen, nennt als Quelle “Angebotspreise auf Immobilienportalen”. Beides sind also Forderungen aus Inseraten. Was am Ende beim Notar beurkundet wird, kann davon abweichen.

Ich nenne die beiden Herkünfte bewusst mit. Wer eine Zahl veröffentlicht, gehört zur Bewertung dieser Zahl dazu, und das gilt für meine Branche genauso wie für ein Verkaufsportal.

Mich stört daran weniger die Streuung als die Suggestion. Eine Zahl mit Eurozeichen sieht nach Messung aus. Sie ist ein Durchschnitt aus Anzeigen. In einem Landkreis mit 59.287 Einwohnern (Stand 31.12.2025) auf 938 Quadratkilometern ist ein Durchschnitt oft der uninteressanteste Wert überhaupt.

Es gibt für den Landkreis aber eine Zahl, die nicht aus Inseraten stammt.

Der amtliche Kaufwert: 31,00 Euro je Quadratmeter aus 26 Kauffällen

Es gibt eine amtliche Zahl, und sie kommt vom Thüringer Landesamt für Statistik. Sie heißt Kaufwert für baureifes Land. Grundlage sind tatsächliche Käufe.

JahrKauffälle im LandkreisDurchschnittlicher Kaufwert
20218833,51 Euro/m²
20225435,38 Euro/m²
20234232,90 Euro/m²
20242631,00 Euro/m²

Thüringer Landesamt für Statistik, Tabelle kr001902, Gebietsstand 31.12.2024, abgerufen am 24.08.2026. Reihe “baureifes Land”.

Zwei Dinge müssen Sie dazu wissen, sonst führt die Tabelle in die Irre.

Erstens sind es ausschließlich unbebaute Grundstücke. Das Landesamt definiert die Erhebung wörtlich so: “Erfasst werden die durch Kauf erworbenen, unbebauten Grundstücke, die im Baugebiet einer Gemeinde liegen und deren Fläche 100 m² und mehr beträgt.” Ihr Haus mit Garten kommt in dieser Statistik also gar nicht vor.

Zweitens die Fallzahl: 26 Kauffälle im gesamten Landkreis in einem Jahr. Das ist etwa ein Verkauf alle zwei Wochen, verteilt über 938 Quadratkilometer. Aus 26 Fällen entsteht kein Trend. Wenn darunter drei ungewöhnlich große oder ungewöhnlich billige Grundstücke sind, wandert der Durchschnitt spürbar. Ich halte die Zahl für eine brauchbare Größenordnung und für eine schlechte Verhandlungsgrundlage.

Auffällig ist ohnehin etwas anderes. Von 88 auf 26 Kauffälle in vier Jahren. Das ist ein Rückgang beim Marktvolumen, keine Preisbewegung. Es wird schlicht weniger gekauft. Für Sie als Eigentümer heißt das vor allem: weniger Vergleichsfälle, auf die sich irgendjemand stützen kann.

Übrigens führt das Landesamt für die Jahre vor 2021 eine eigene Reihe und schreibt selbst dazu, die Statistik sei damals neu konzipiert worden und “eine Vergleichbarkeit mit den Vorjahren nicht mehr möglich”. Ich setze die beiden Reihen deshalb nicht aneinander. Wer Ihnen eine durchgehende Preisentwicklung zeigt, die über 2021 hinaus zurückreicht, hat diesen Hinweis überlesen.

Was kostet ein Quadratmeter Bauland im Landkreis Hildburghausen?

Für das Jahr 2024 weist das Thüringer Landesamt für Statistik einen durchschnittlichen Kaufwert von 31,00 Euro je Quadratmeter für baureifes Land im Landkreis Hildburghausen aus, ermittelt aus 26 Kauffällen. Erfasst sind ausschließlich unbebaute Grundstücke ab 100 Quadratmetern. Bebaute Grundstücke und damit auch Ihr Haus sind in dieser Zahl nicht enthalten.

Zwischenfazit: Die amtliche Zahl ist echt, aber sie beantwortet eine andere Frage als Ihre. Sie sagt, was unbebaute Grundstücke im Landkreis im Schnitt gekostet haben. Was ein bebautes Grundstück in Ihrer Straße bringt, steht auf einem anderen Blatt. Dafür muss man kleiner werden, und genau das tun die Bodenrichtwerte.

Bodenrichtwerte im Landkreis Hildburghausen: 14 bis 41 Euro im Mischgebiet

Der Gutachterausschuss arbeitet zonenweise. Einen Wert für den ganzen Landkreis gibt es gar nicht, und erst auf Zonenebene sieht man, wie wenig ein Landkreisdurchschnitt taugt.

Die folgende Tabelle vergleicht ausschließlich Zonen derselben Klasse: baureifes Land im Mischgebiet, offene Bauweise, beitragsfrei, alle zum Stichtag 01.01.2026. Nur so ist der Vergleich sauber.

GemarkungBodenrichtwertRichtwertzoneRichtwertgrundstück
Eisfeld, “Oberes Tor”41 Euro/m²694115900 m²
Eisfeld, “Neulehn”40 Euro/m²694116900 m²
Fehrenbach / Masserberg25 Euro/m²233050700 m²
Unterneubrunn18 Euro/m²233070600 m²
Biberschlag17 Euro/m²233062600 m²
Fehrenbach / Heubach17 Euro/m²233017500 m²
Gießübel15 Euro/m²233066500 m²
Steinbach14 Euro/m²233071800 m²

Bodenrichtwerte: Gutachterausschuss für Grundstückswerte für das Gebiet des Landkreises Hildburghausen, des Landkreises Schmalkalden-Meiningen und der kreisfreien Stadt Suhl (BORIS-TH), Stichtag 01.01.2026, Datenstand 02.03.2026, abgerufen über BORIS-TH am 24.08.2026. © GDI-Th, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0. Die Fläche des Richtwertgrundstücks unterscheidet sich je Zone und gehört zur Zahl dazu.

Vom höchsten zum niedrigsten Wert dieser Tabelle liegt fast das Dreifache, und das innerhalb eines einzigen Landkreises, bei derselben Gebietsart und demselben Stichtag.

Innerhalb von Eisfeld wird es noch kleinteiliger. Im Kerngebiet mit geschlossener Bauweise, bezogen auf ein 300 Quadratmeter großes Richtwertgrundstück, weist BORIS-TH 50 Euro je Quadratmeter aus (Zone 235001), in der Breiten Straße nebenan 47 Euro (Zone 695077). Im allgemeinen Wohngebiet mit offener Bauweise und 700 Quadratmeter Bezugsfläche stehen 43 Euro (Zone 230009) neben 32 Euro (Zone 232000). Das sind vier Zonen in einer Stadt.

Diese Werte lassen sich übrigens nicht gegeneinander aufrechnen. Kerngebiet und Wohngebiet unterscheiden sich in Nutzungsart, Bauweise und Bezugsfläche. Das sind drei Merkmale auf einmal. Wer 50 Euro Kerngebiet gegen 32 Euro Wohngebiet stellt, vergleicht nicht Lagen, sondern Kategorien.

Und die Werte stehen nicht still, aber sie rennen auch nicht. Die Zone 233050, die die Gemarkungen Fehrenbach und Masserberg umfasst, weist zum Stichtag 01.01.2024 und zum Stichtag 01.01.2026 denselben Bodenrichtwert von 25 Euro je Quadratmeter aus, bei unveränderter Nutzungsart, Bauweise und Bezugsfläche. Das gilt für diese eine Zone. Nicht für den Ort, und erst recht nicht für den Landkreis.

Nachschlagen können Sie das alles selbst, kostenfrei und ohne Anmeldung, unter boris.thueringen.de. Ein Punkt, der dabei leicht übersehen wird: Für den Landkreis Hildburghausen gibt es keinen eigenen Gutachterausschuss. Zuständig ist der Gutachterausschuss für Grundstückswerte für das Gebiet des Landkreises Hildburghausen, des Landkreises Schmalkalden-Meiningen und der kreisfreien Stadt Suhl, und seine Geschäftsstelle sitzt in Schmalkalden. Neu ermittelt werden die Werte in Thüringen alle zwei Jahre.

Bleibt die Frage, die alle diese Zonenwerte gar nicht beantworten können. Dafür lohnt ein Blick ins Gesetz.

Warum der Bodenrichtwert Ihr Haus nicht kennt, und was stattdessen zählt

Jetzt kommt der Punkt, an dem die meisten Preisrecherchen scheitern, und er steht im Gesetz.

§ 196 Absatz 1 Satz 2 Baugesetzbuch: “In bebauten Gebieten sind Bodenrichtwerte mit dem Wert zu ermitteln, der sich ergeben würde, wenn der Boden unbebaut wäre.”

Der Bodenrichtwert denkt Ihr Haus also weg. Das ist so gewollt. Er soll den Boden bewerten, sonst nichts. Über Dach, Fenster, Heizung, Grundriss, Feuchtigkeit im Keller, den Anbau von 1998 und die Frage, ob die Elektrik noch aus den Siebzigern stammt, sagt er kein Wort.

Bei einem unbebauten Grundstück ist er deshalb der richtige Ausgangspunkt. Steht ein Haus darauf, beantwortet er die kleinere Hälfte der Frage.

Die größere Hälfte ist der Zustand. Gerade im ländlichen Raum unterscheiden sich vergleichbar große Objekte im Wert erheblich, je nach Lage, Bausubstanz und Renovierungsbedarf. Zwei Häuser im selben Ort, gleiche Grundfläche, gleiches Baujahr, und trotzdem trennen sie Welten, weil das eine ein neues Dach hat und das andere nicht.

Ein Fall, wie er hier zusammenkommen könnte, rein zur Veranschaulichung: Jemand erbt das Elternhaus in Schleusegrund, sucht online nach Immobilienpreisen und findet eine Quadratmeterzahl. Die Zahl gälte für die Stadt Hildburghausen. Hochgerechnet auf die Wohnfläche aus einer alten Bauakte ergäbe das eine Summe, die gleich zweifach danebenliegt: falscher Bezugsraum, falsche Fläche, weil der Dachausbau darin nicht vorkommt. Beides ließe sich vor Ort klären. Dazu kämen die Dinge, die keine Tabelle kennt, etwa ein neueres Dach über einer Elektrik, die noch aus den Siebzigern stammt. Am Ende stünde keine Portalzahl, sondern eine Einschätzung dessen, was tatsächlich da ist. So oder ähnlich sieht die Ausgangslage aus, wenn Preisrecherche und Bausubstanz auseinanderlaufen.

Deshalb traue ich Online-Rechnern gerade hier wenig zu. Sie bieten in der Regel nur grobe Richtwerte und kennen weder den tatsächlichen Zustand Ihrer Immobilie noch die Besonderheiten des lokalen Marktes. Der Wert wird nicht am Schreibtisch geschätzt, sondern vor Ort ermittelt.

Was bei einer Einschätzung vor Ort angesehen wird

Eine Marktwertermittlung läuft bei mir immer gleich ab: ein persönliches Gespräch, in dem ich die Immobilie und Ihre Ziele kennenlerne. Die Besichtigung vor Ort mit Aufnahme von Lage, Zustand, Ausstattung, Größe und Besonderheiten. Die Sichtung der Unterlagen. Die Bewertung nach anerkannten Wertermittlungsverfahren, verbunden mit der Kenntnis des regionalen Marktes. Und am Ende eine nachvollziehbare Einschätzung, die Sie mit mir gemeinsam durchgehen.

Angesehen wird dabei mehr, als in einer Statistik je stehen könnte:

  • Lage im engeren Sinn: Ortslage, Umgebung, Nahversorgung, Erreichbarkeit der umliegenden Städte und der Autobahn
  • Zustand innen und außen: Bausubstanz, Dach, Fenster, Dämmung, Renovierungsbedarf
  • Größe und Zuschnitt: Wohnfläche, Grundstücksfläche, Zimmer, Etagen, Raumaufteilung
  • Ausstattung und Technik: Heizungsart, Bäder, Keller, Nebengebäude, Garagen, Stellplätze. Also genau die Dinge, die eine Stadtwohnung gar nicht kennt und die hier zum Normalfall gehören
  • Modernisierungen, soweit sie nachweisbar sind
  • Nutzungsmöglichkeiten, die im ländlichen Raum oft den Ausschlag geben: mehrere Generationen unter einem Dach, eine zweite Wohneinheit, eine Vermietung
  • Marktsituation

Welches Gewicht die einzelnen Punkte bei Ihrer Immobilie haben, zeigt sich erst im Termin. Deshalb gehört die persönliche Besichtigung zu jeder Bewertung.

Zustand: wofür ein Gebäudegutachten da ist

Wertermittlung und Gebäudegutachten beantworten zwei verschiedene Fragen. Die Wertermittlung beantwortet die Frage nach dem Preis, das Gebäudegutachten die Frage nach dem Zustand. Es dokumentiert den Zustand einer Immobilie objektiv und dient als Entscheidungsgrundlage, getrennt nach Zustand außen und Zustand innen.

Sinnvoll ist es in drei Situationen: wenn Sie vor einem Kauf Klarheit über den baulichen Zustand brauchen, wenn Sie als Eigentümer den Zustand belastbar festhalten wollen, oder wenn vor einer geplanten Sanierung eine sachliche Ausgangsbasis fehlt. Beide Leistungen ergänzen sich, sind aber unabhängig voneinander beauftragbar. Ein Gebäudegutachten setzt also keinen Verkauf voraus, und Wertermittlung und Gebäudegutachten können Sie einzeln in Auftrag geben.

Fläche: warum die Wohnflächenberechnung mitzählt

Die Wohnfläche ist eine zentrale Bezugsgröße, für den Kaufpreis, für die Miete und für alle Angaben in Unterlagen und Exposés. Ungenaue oder veraltete Angaben können später zu Streit oder Nachforderungen führen. Stammt die Quadratmeterzahl aus einer alten Bauakte, kann sie einen späteren Dachausbau gar nicht enthalten. Wer dann den Preis pro Quadratmeter rechnet, rechnet auf einer falschen Basis. Fehlt eine Berechnung ganz oder bestehen Zweifel an den vorhandenen Angaben, lässt sich die Fläche nach den geltenden gesetzlichen Vorgaben neu berechnen.

Der Energieausweis gehört spätestens zur Besichtigung

Beim Verkauf und bei der Vermietung ist der Energieausweis gesetzlich vorgeschrieben. Er muss Kaufinteressenten spätestens bei der Besichtigung vorgelegt werden, unabhängig davon, ob Sie privat verkaufen oder über einen Makler. Es gibt zwei Arten: den Bedarfsausweis, der auf Grundlage von Baukonstruktion und Anlagentechnik berechnet wird, und den Verbrauchsausweis, der sich am tatsächlichen Energieverbrauch orientiert. Welcher zulässig ist, hängt unter anderem vom Baujahr, der Anzahl der Wohneinheiten und dem energetischen Zustand des Gebäudes ab. Ich unterstütze bei der Beschaffung und lasse den Ausweis erstellen; ausstellen darf ich ihn nicht selbst.

Zwischenfazit: Amtliche Zahlen beschreiben den Boden und den Markt, aber nie Ihr Gebäude. Wert entsteht im Landkreis Hildburghausen aus drei Größen: Lage, Zustand und Fläche. Zwei davon stehen in keiner Statistik. Wie Sie an die beiden anderen kommen, zeige ich im nächsten Abschnitt in sechs Schritten.

Sechs Schritte zu einer belastbaren Einschätzung

Wenn Sie den Preis für Ihre Immobilie einordnen wollen, ohne sich auf eine Portalzahl zu verlassen, gehen Sie diese Reihenfolge durch:

  1. Schlagen Sie den Bodenrichtwert nach. Auf boris.thueringen.de die Adresse suchen und die Richtwertzone anklicken. Notieren Sie sich Zonennummer, Stichtag, Nutzungsart und die Fläche des Richtwertgrundstücks. Ohne diese vier Angaben ist die Zahl nicht interpretierbar. Nach § 196 Absatz 3 Baugesetzbuch kann jedermann von der Geschäftsstelle Auskunft über die Bodenrichtwerte verlangen.
  2. Prüfen Sie Grundstücksgröße und Zuschnitt. Ihr Grundstück weicht fast sicher vom Richtwertgrundstück ab. Ein Hanggrundstück, ein schmaler Zuschnitt, eine ungünstige Erschließung: all das steht nicht im Richtwert.
  3. Belegen Sie die Wohnfläche, statt sie zu schätzen. Suchen Sie die letzte Berechnung heraus und gleichen Sie sie mit dem heutigen Zustand ab. Umbauten, Dachausbau, Wintergarten.
  4. Nehmen Sie den Zustand ehrlich auf, getrennt nach außen und innen. Dach, Fassade, Fenster, Heizung, Leitungen, Bäder. Schreiben Sie auf, was in den letzten zwanzig Jahren gemacht wurde. Und was nicht.
  5. Legen Sie die Unterlagen zusammen, soweit Sie sie haben. Aktueller Grundbuchauszug, Bauzeichnungen und Grundrisse, Wohnflächenberechnung, Energieausweis. Bei einer Eigentumswohnung zusätzlich Teilungserklärung und die Protokolle der Eigentümerversammlung. Nachweise über Modernisierungen und Sanierungen, sofern vorhanden.
  6. Lassen Sie vor Ort einschätzen. Erst wenn jemand die Immobilie gesehen hat, wird aus einer Größenordnung eine Einschätzung.

Beim fünften Punkt winken die meisten ab, und ich verstehe das. Deshalb: Keine Sorge wegen der Bürokratie. Ich prüfe die vorhandenen Dokumente auf Vollständigkeit, fordere fehlende Unterlagen bei den zuständigen Ämtern an und lasse einen gültigen Energieausweis erstellen. Den Behördenmarathon nehme ich Ihnen ab. Meine Arbeitszeit dafür berechne ich nicht; Sie tragen nur die tatsächlich anfallenden Gebühren der Ämter und Dienstleister, etwa für den Grundbuchauszug, und die gebe ich transparent weiter.

Unsicher, was Ihre Immobilie heute wert ist? Ein Anruf genügt. Die Marktwertermittlung vor Ort ist kostenfrei und unverbindlich. Rufen Sie an: 0160 73 999 01, oder fragen Sie einen Termin an.

Was die Reihenfolge nebenbei leistet: Bei Schritt 3 und 4 zeigt sich, wo die Unsicherheit sitzt. Selten beim Boden.

Zwischenfazit: Die ersten fünf Schritte können Sie allein gehen; nötig ist dafür vor allem Zeit. Der sechste lässt sich nicht am Bildschirm erledigen.

Bleibt die Frage, warum es für bebaute Grundstücke eigentlich gar keine amtliche Zahl gibt.

Häufige Fragen

Wie finde ich den Bodenrichtwert für mein Grundstück im Landkreis Hildburghausen? Über das amtliche Portal boris.thueringen.de. Die Einsicht ist kostenfrei und ohne Anmeldung möglich. Suchen Sie Ihre Adresse und klicken Sie die Richtwertzone an; für die Zitierfähigkeit brauchen Sie Zonennummer, Stichtag, Nutzungsart und Bezugsfläche. Zusätzlich gilt § 196 Absatz 3 Satz 2 Baugesetzbuch: “Jedermann kann von der Geschäftsstelle Auskunft über die Bodenrichtwerte verlangen.” Zuständig ist der Gutachterausschuss mit Geschäftsstelle in Schmalkalden.

Ist der Bodenrichtwert dasselbe wie der Wert meines Hauses? Nein. Der Bodenrichtwert bezieht sich auf einen Quadratmeter Grundstücksfläche und wird in bebauten Gebieten nach § 196 Absatz 1 Satz 2 Baugesetzbuch so ermittelt, als wäre der Boden unbebaut. Ihr Gebäude ist darin nicht enthalten. Multiplizieren Sie ihn deshalb bitte nicht mit Ihrer Grundstücksfläche und halten Sie das Ergebnis für den Immobilienwert. Dabei kommt regelmäßig Unsinn heraus, nach oben wie nach unten.

Warum weichen die Preise auf den Immobilienportalen voneinander ab? Weil sie Angebotspreise auswerten, keine beurkundeten Kaufpreise, und weil jedes Portal nur seine eigenen Inserate kennt. ohne-makler.net schreibt selbst, seine Preisspiegel beruhten auf einer Auswertung der dort inserierten Wohnungen und Häuser. Dazu kommt der Bezugsraum: Die Zahlen von Engel & Völkers gelten für die Stadt Hildburghausen, obwohl in der Überschrift Hildburghausen steht und der Leser an den Landkreis denkt.

Wie oft werden die Bodenrichtwerte in Thüringen neu ermittelt? Alle zwei Jahre. Die aktuellen Werte gelten zum Stichtag 01.01.2026. Wichtig für Vergleiche über die Zeit: Der Gutachterausschuss kann Zonen dabei neu zuschneiden und neu klassifizieren, und Zonennummern werden nicht durchgängig neu vergeben. In Eisfeld ist genau das passiert: Dieselbe Stelle liegt zum Stichtag 2024 in einer anders zugeschnittenen Zone mit anderer Nutzungsart. Ein Wertvergleich über zwei Stichtage ist dort deshalb nicht möglich.

Sinken die Immobilienpreise im Landkreis Hildburghausen? Dazu kann ich keine seriöse Aussage treffen, und ich halte nichts davon, es trotzdem zu tun. Belegbar ist etwas anderes: Die Zahl der Kauffälle für baureifes Land ist im Landkreis von 88 im Jahr 2021 auf 26 im Jahr 2024 zurückgegangen. Das ist ein Befund zum Marktvolumen, nicht zu den Preisen. Es wird weniger gekauft. Wer daraus eine Preisprognose macht, überdehnt die Zahl.

Gibt es für bebaute Grundstücke keine amtliche Statistik? Für den Landkreis liegt mir keine amtliche Zahl vor, die bebaute Grundstücke ausweist. Die Kaufwertstatistik des Landesamts erfasst ausdrücklich nur unbebaute Grundstücke ab 100 Quadratmetern, und der Bodenrichtwert klammert das Gebäude per Gesetz aus. Diese Lücke ist der Grund, warum eine Einschätzung vor Ort bei einem Haus nicht durch eine Tabelle zu ersetzen ist.


Über den Autor

Hinter Wanderer Immobilien in Eisfeld steht eine Person: Danny Wanderer, selbstständiger Immobilienmakler. Ich betreue jeden Auftrag persönlich, von der ersten Beratung über die Wertermittlung vor Ort und die Vermarktung bis zum Notartermin. Es gibt keine wechselnden Sachbearbeiter und keine Weitergabe an Dritte. Neben der Vermittlung übernehme ich Wertermittlungen, Gebäudegutachten, Wohnraumberechnungen, die Beschaffung des Energieausweises und die Verwaltung von Eigentum. Besichtigungen finden bei mir ausschließlich als Einzeltermine statt, und vor dem Notartermin prüfe ich die Kaufkraft der Interessenten. Ich arbeite in meiner Heimatregion, dem Grünen Band Deutschlands, und kenne den Markt hier aus eigener Anschauung. Für Rechts- und Steuerfragen verweise ich an Notar, Rechtsanwalt oder Steuerberater. Das gehört nicht zu meinen Leistungen.

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Sie überlegen, Ihre Immobilie zu verkaufen? Der erste Schritt ist ein unverbindliches Gespräch mit einer Marktwertermittlung vor Ort, kostenfrei und ohne Verpflichtung zu einem Verkauf. Ich sehe mir die Immobilie persönlich an, statt einen Online-Rechner entscheiden zu lassen, und sage Ihnen offen, was ich für realistisch halte. Mein Honorar fällt erst an, wenn der Verkauf beim Notar beurkundet ist. Rufen Sie an: 0160 73 999 01, schreiben Sie an info@wandererimmobilien.de oder nutzen Sie das Kontaktformular. Ich melde mich zeitnah zurück. Mein Büro: Breite Straße 23, 98673 Eisfeld.

Quellen und Stand: Bodenrichtwerte über BORIS-TH, Stichtag 01.01.2026, Datenstand 02.03.2026, abgerufen am 24.08.2026, © GDI-Th, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0 · Kaufwerte: Thüringer Landesamt für Statistik, Tabelle kr001902, Gebietsstand 31.12.2024, abgerufen am 24.08.2026 · § 196 BauGB in der zum Abrufdatum geltenden Fassung. Portalzahlen abgerufen am 24.08.2026.

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